Inhaltsverzeichniss DSP-Effekt 
Stand   25.4.1995

8.      DSP-Effekte
8.1.1   Allgemeines 
8.1.2   Allgemeine Bedienelemente der DSP-Effekte
8.1.2.1 Der Monitor-button
8.1.2.2 Der Bypass-button
8.1.2.3 Frequenz PopUp-Men
8.1.2.4 Take
8.1.2.5 Reset
8.1.2.6 Der ON/OFF-Button bei jedem Effekt
8.1.2.7 POS-PopUp-Men
8.2     Flanger
8.2.1   Theorie und Funktionsweise
8.2.2   Bedienung des Flangers
8.2.2.1 Frequenz Intervall
8.2.2.2 Frequenz
8.2.2.3 Delaystart
8.2.2.4 Delayhub
8.3     Chorus
8.3.1   Theorie und Funktionsweise
8.3.2   Bedienung des Chorus
8.3.2.1 Frequenz
8.3.2.2 Delaystart
8.3.2.3 Delayhub
8.3.2.4 Anzahl
8.4     Pitch-Shifting
8.4.1   Theorie und Funktion
8.4.2   Bedienung des Pitch
8.4.2.1 Pitch-Regler
8.4.2.2 Mix-Button
8.4.2.3 Pitch 
8.5     Vibrato
8.5.1   Theorie und Funktion
8.5.2   Bedienung des Vibrato
8.5.2.1 Die 4 Waveformbuttons
8.5.2.2 Frequenz
8.5.2.3 Amplitude
8.6     Delay
8.6.1   Theorie und Funktion
8.6.2   Bedienung des Delays
8.6.2.1 Delaybereicheinstellung
8.6.2.2 Winkeleinstellung 'ang' der uere Reflektoren
8.6.2.3 Distance- Einstellung 
8.6.2.4 Reflexionsfaktor-Einstellung
8.6.2.5 Feedback-Einstellung


8. DSP-Effekte

8.1.1 Allgemeines 
Eine  der  grten Strken des Atari-Falcon ist der eingebaute  Signalprozessor  von 
MOTOROLA,  der  DSP  56001.  Mit diesem Signalprozessor steht eine  Rechenpower  zur 
Verfgung,  mit der auch recht komplexe Berechnungen in Echtzeit zu erledigen  sind. 
Der Hauptprozessor (die CPU MOTOROLA 68030) wird dabei nicht beansprucht, so das die 
'normale' Computerleistung auerdem noch zur Verfgung steht. 

Im DSP-Fenster stehen nun eine Reihe von Standard-Effekten zur Verfgung, wie sie im 
Musikbereich normaler in relativ teuren digitalen Effektgerten zu finden sind.
Der Aufruf des DSP-Fenster erfolgt durch Doppelklick auf das DSP-Icon auf dem  DIGIT 
II Desktop, so da folgendes Fenster auf geffnet wird:

   Bild 7 DSP_Page.img

Alle DSP-Effekte funktionieren auf allen Samplefrequenzen.  Einige Effekte wie Flan-
ger/Chorus/Pitch sind Frequenzkompensiert,  d.h. sie verndern ihren Wirkungsbereich 
nicht,  wenn eine andere Samplefrequenz gewhlt wird.  Beim Delay wird der  whlbare 
Delaybereich,  d.h. die Verzgerung, grer, je niedriger die Samplefrequenz gewhlt 
wurde.
Auerdem  ist es mglich mehrere DSP-Effekt gleichzeitig einzuschalten.  Die  Anzahl 
der  whlbaren  Effekt hngt dabei von der gewhlten  Samplefrequenz  (je  niedriger 
desto mehr) bzw.  von der Geschwindigkeit des DSP's ab.  Der DSP kann mehr  Aufgaben 
erledigen,  wenn er hher getaktet wird wie z.B. durch Skunk von der Firma Comtex in 
Freiburg.

8.1.2 Allgemeine Bedienelemente der DSP-Effekte
8.1.2.1 Der Monitor-button
Gedrckt  wird der DSP eingeschaltet und,  wenn kein Effekt eingeschaltet  ist,  auf 
Durchla geschaltet.

8.1.2.2 Der Bypass-button
Wenn  der Monitor-button gedrckt ist und dann dieser Knopf gedrckt wird,  so  wird 
das Signal jetzt unverndert, am DSP vorbei, ausgegeben bzw aufgenommen.

8.1.2.3 Frequenz PopUp-Men
Beim  Klick  auf  die  Zahl  oberhalb  von  'Freq'  knnen  Sie  die  Samplefrequenz 
einstellen. Die sichtbare Zahl ist die gerade aktive Frequenz.

8.1.2.4 Take
Nur anklicken! bernimmt die im Sampler eingestellte Frequenz.

8.1.2.5 Reset
Nur  anklicken!  Falls  beim  'Spielen' mit  der  DSP-Seite  unvorhergesehene  Flle 
auftreten,  wie z.B. pltzlich auftretender Lrm, so kann hier, bei Beibehaltung der 
eingestellten Parameter, der DSP neu gestartet werden.

   Bild 6 DSP-Leiste

8.1.2.6 Der ON/OFF-Button bei jedem Effekt
Bei  jedem Effekt ist links oben ein ON/OFF-button zu sehen.  Ein Klick  auf  diesen 
Knopf  schaltet  den  Effekt  ein  bzw.  aus.  Der  button  zeigt  gleichzeitig  der 
derzeitigen Status an

8.1.2.7 POS-PopUp-Men
Bei  jedem Effekt (auer Pitch) erscheint bei Klick auf 'Pos.' das  Positions-PopUp-
Men.  Da  mehrere Effekt in Abhngigkeit von Prozessorleistung  und  Samplefrequenz 
gleichzeitig eingeschaltet werden knnen besteht hier die Mglichkeit,  die Position 
des jeweiligen Effektes bei der Abarbeitung durch den DSP festzulegen.  Zu  bedenken 
ist,  da  manche  Effekt  und Reihenfolgen eigentlich  nicht  sinnvoll  sind.  Dies 
letztendlich zu beurteilen wollen wir allerdings Ihnen berlassen.


 
8.2 Flanger
8.2.1 Theorie und Funktionsweise
Ein  Flanger  ist eigentlich nichts anderes als ein  einfacher  auf  Zeitverzgerung 
basierender  Effekt.  Typisch dafr ist der Wuuuschsch-Sound,  der auch  auf  vielen 
professionellen   Platten  zu  hren  ist.   Flanging  benutzt  dabei   sehr   kurze 
Verzgerungszeiten  (0-5 Millisekunden),  die vom Ohr noch nicht als  hrbares  Echo 
wahrgenommen werden.  Der Ursprung des Wortes "Flanging" ist unklar.  Auf jeden Fall 
aber  wurde  der Effekt ursprnglich dadurch erzeugt,  da  zwei  Bandmaschinen  mit 
Bndern gleichen Inhaltes nahezu synchron liefen. Dann wurde die Bandgeschwindigkeit 
einer   Maschine  leicht  variiert,   mglicherweise  nur  durch  den   Daumen   des 
Toningenieurs auf der Umlenkrolle (engl.  flange:  Radkranz,Spurkranz).  Die  daraus 
resultierende   vernderliche  Zeitverzgerung  fhrt  zu   dem   charakteristischen 
Wuuuschsch-Sound. 
Warum dieser spezielle Sound?
Nun,  wenn  ein Signal mit einer geringen Verzgerung (Echo) seiner selbst  gemischt 
wird,  so  gibt es Frequenzen,  bei denen das Signal um 180 gedreht mit sich  selbst 
auer  Phase ist und sich praktisch nahezu selbst auslscht.  Bei einer  Verzgerung 
von  einer  Millisekunde ist diese Auslschung bei 500,1500,2500 Hz und  so  weiter. 
Dieses Verhalten nennt man Kammfilter,  wobei die Auslschungen wie die Zhne  eines 
Kammes aussehen.
Beim  Flanger  nun  wird  das Delay  (engl.=die  Verzgerung)  von  0-5Millisekungen 
variiert,  somit  wird  der  'Kamm' nun auf und  abbewegt,  so  da  laufend  andere 
Frequenzen  von  dieser  Auslschung  betroffen  sind,  so  kommt  es  dann  zu  dem 
Wuuuschsch-Sound.
Zustzlich  kann jetzt auch noch die Geschwindigkeit,  mit der das  Delay  variiiert 
wird,  verndert werden.  Daraus ergibt sich ein weiterer interessanter Effekt,  der 
von einer Art Schwebesound (langsam) bis zu einem Blubbern reicht.
 
   Bild 9 Flanger

8.2.2 Bedienung des Flangers

Der Bedienteil des Flanger sieht folgendermaen aus

   Bild 2 Flange

8.2.2.1 Frequenz Intervall
Mit diesen 3 Knpfen wird der Regelbereich fr die Frequenz (1.2.2.2) festgelegt.

8.2.2.2 Frequenz
Dieser  Regler  legt die Geschwindigkeit,  mit der das Delay variiert  wird  (s.o.), 
fest. Regler links=langsam, rechts=schnell.

8.2.2.3 Delaystart
Der Start des Delays wird hier gewhlt. Regler links=0mS, rechts=5mS

8.2.2.4 Delayhub
Hier wird die Lnge des Delays gewhlt. Regler links= >0mS, rechts=5mS


8.3 Chorus

8.3.1 Theorie und Funktionsweise
Vom  Flanger  (1.2)  bis  zum  Choruseffekt ist  es  nur  ein  kleiner  Sprung.  Die 
Unterschiede liegen eigentlich nur im Delay (Flanger: 0-5mS, Chorus: 20-40mS) und in 
der Anzahl der Delays (Flanger:  1,  Chorus: 2-8). Das Delay von 20-40mS beim Chorus 
ist lang genug um noch eine Kammfilterwirkung zu erzielen,  aber kurz genug um  kein 
Echo zu hren. 

8.3.2 Bedienung des Chorus
Die  Bedienung  ist  praktisch  identisch zum  Flanger.  Genau  genommen  reicht  im 
Gegensatz bzw. Ergnzung zum klassischen Chorus (1.3.1)der Regelbereich von Flanging 
bis zu hrbarem Echo. Der Effekt ist Frequenzkompensiert.

   Bild 1 Chorus

8.3.2.1 Frequenz
Dieser  Regler  legt die Geschwindigkeit,  mit der das Delay variiert  wird  (s.o.), 
fest. Regler links=langsam, rechts=schnell.

8.3.2.2 Delaystart
Der Start des Delays wird hier gewhlt. Regler links=0mS, rechts=20mS

8.3.2.3 Delayhub
Hier wird die Lnge des Delays gewhlt. Regler links= >0mS, rechts=20mS

8.3.2.4 Anzahl
Hier wird die Anzahl der Delays (von 2 bis 8) festgelegt.  Bei 50khz sind (bei 32Mhz 
DSP)  2  mglich,  bei 25 khz 8.  Hher getakteter DSP  (z.B.  mit  SKUNK)  bedeutet 
eventuell auch eine grere Anzahl.


8.4 Pitch-Shifting

8.4.1 Theorie und Funktion
Auch  das Pitch-Shifting gehrt wie Chorus und Flanger zu  den  Delay-Effekten.  Der 
Effekt  besteht in einer Vernderung der Tonhhe des Originalsignals ohne die  Lnge 
desselben zu verndern. Zur Realisierung wird ein modifiziertes Delay verwendet. Die 
Daten  werden  dann aus der Delay-line (der Verzgerungspuffer)  mit  einer  anderen 
Ausleserate als das Originalsample wieder ausgegeben.  Je nachdem, ob der Ton tiefer 
oder hher wird erfolgt das Auslesen in Richtung kleineres oder greres  Delay.  
An  den Nahtstellen  wird ein neues Delay gestartet und in das  aktuell  auslaufende 
mit einem geeigneten Verfahren berblendet um Glitches (Strgerusche) zu vermeiden.
brigens,   physikalisch  betrachtet  erzeugt  das  Verfahren  eine  Art   'Doppler-
Verschiebung'.  Praktisch bedeutet dies,  das wenn ein Auto auf Sie zukommt so hren 
Sie die Gerusche (Hupe) scheinbar in einem hheren Ton, wenn das Fahrzeug von Ihnen 
wegfhrt einen tieferen. Fr nhere Erklrungen reicht ein Buch aus der Schulphysik.

8.4.2 Bedienung des Pitch
Die Bedienung ist recht einfach,  da nur ein Regler und ein Knopf fr das Beherschen 
des Effektes notwendig sind. Der Effekt ist frequenzkompensiert.

   Bild 4 Pitch

8.4.2.1  Pitch-Regler
Mit   dem   Pitch-Regler   wird  die  neue  Tonhhe   festgelegt.   In   der   Mitte 
(Neutralstellung) wird das Originalsignal nicht verndert  (durchgeschliffen).  Wenn 
Sie  den  Regler nach links bewegen so wird der Ton tiefer,  bis hin  zu  maximal  1 
Oktave (auf 50%) beim Linksanschlag. 
Bewegen Sie den Regler nach rechts so wird der Ton bis zu einer Oktave (200%)  hher 
transponiert. 
Nullstellung durch Klick auf auf den Schriftzug 'Pitch'.

8.4.2.2 Mix-Button
Gedrckt  wird  das  Originalsignal im Verhltnis 50:50 mit  dem  gepitchten  Signal 
gemischt. Das Ergebnis klingt dann z.B. bei Gesang wie ein Duett mit sich selbst.

8.4.2.3 Pitch
Ein  kurzer  Klick  auf den Schrifzug 'Pitch' bringt  den  Pitch-Regler  wieder  auf 
Neutral-/Mittelstellung.


8.5 Vibrato
8.5.1 Theorie und Funktion
Das Vibrato ist ein verhltnismig einfacher und einsichtiger Effekt.  Es wird  die 
Amplitude (Lautstrke) des Signals moduliert.  Neben verschiedenen Wellenformen  zur 
Modulation  (Rechteck, Sgezahn, Dreieck, Sinus) kann auch die Frequenz und die Hhe 
der modulierten Lautstrke eingestellt werden.

   Bild 5 Vibrato

8.5.2 Bedienung des Vibrato

8.5.2.1  Die 4 Waveformbuttons
Die 4 Buttons dienen zur Einstellung der Art der Modulation.  Von links nach  rechts 
betrachtet sind das: Rechteck, Sgezahn, Dreieck, Sinus.
Ein Klick auf das jeweilige Symbol stellt die entsprechende Wellenform ein.

8.5.2.2 Frequenz
Dieser  Regler dient zur Einstellung der Vibratofrequenz.  Die Bandbreite  der  Ein-
stellung reicht dabei von ca 1/5 Hz bis 40 Hz.

8.5.2.3 Amplitude
Hier  wird die Hhe (Amplitude) der Modulation eingestellt.  Die Einstellung  reicht 
dabei, je nach Wellenform, von minimal 25% bis maximal 100%.  

8.6 Delay
8.6.1 Theorie und Funktion
Ein Delay (engl.  Vergerung) ist eigentlich nicht mehr als ein Echo oder Hall.  Ein 
Echo/Hall  ist  eine  Kopie des Originalsignals,  allerdings um  einen  festen  Wert 
zeitverzgert.  Das zeitverzgerte Signal wird dann mit dem Originalsignal in  einem 
wechselnden Verhltnis gemischt.  Der  Effekt wird verstrkt,  wenn  das  verzgerte 
Signal  zwischengespeichert  wird,  um beim nchsten Durchgang wieder  verwendet  zu 
werden.  Durch dieses Feedback (engl.  'Zurckfttern') entsteht ein langsam abklin-
gendes Echo.
In DIGIT II wurde nun ein schon recht komplexes Delay mit 3 Reflektoren,  von  denen 
zwei links und rechts im 90Grad-Winkel schwenkbar sind,  verwirklicht.  Jeder der  3 
Reflektoren hat seine eigene Entfernung (Distance) und Reflexionsgrad (Reflector).
Zustzlich knnen Sie jeden der 3 Reflektoren einzeln auf Feedback schalten.
Die hiermit erzielbaren Raumeindrcke sind  recht beachtlich und variationsreich.

   Bild 8 Dela2 dt. oder Dela2e engl.

8.6.2 Bedienung des Delays
Die 3 Reflektoren sind einzeln zu bedienen.  In jedem der 3 abgesetzten Bedienfelder  
sind jeweils die Bedienelemente fr einen Reflektor enthalten.  Zu beachten ist, da 
sich die 3 Reflektoren, vor allem beim Feedback, auch gegenseitig beeinflussen.
Das Delay ist nicht frequenzkompensiert,  d.h. je geringer die Samplefrequenz, desto 
grer die whlbare Verzgerung.

   Bild 3 Delay

8.6.2.1 Delaybereicheinstellung
Die  beiden  buttons rechts oben im Einstellmen geben fr die  Distanz  des  Delays 
einen Einstellbereich vor. Der linke button bedeutet kurzes Delay, der rechte langes 
Delay.
 
8.6.2.2 Winkeleinstellung 'ang' der uere Reflektoren
Mit  diesem  Regler  wird die Position der  ueren  Reflektoren  festgelegt.  Unten 
bedeutet,  da  der jeweilige Reflektor sich vorne befindet,  oben bedeutet  jeweils 
uerst rechts bzw. links.

8.6.2.3 Distance- Einstellung 
Der  'Dis'-Regler  dient bei allen Reflektoren zur Einstellung  der  Entfernung  des 
jeweiligen Reflektors.  Die Delayzeit reicht hierbei von nahezu 0mS bis ca 80mS  bei 
50Khz bzw 160mS bei 25Khz. Die mgliche Distanz bzw. Verzgerungszeit hngt als auch 
von der Samplefrequenz ab!

8.6.2.4 Reflexionsfaktor-Einstellung
Dieser Regler legt den Reflexionsfaktor des jeweiligen Reflektors fest. Regler unten 
bedeutet praktisch keine Reflexion, oben mit 95% maximale Reflexion.

8.6.2.5 Feedback-Einstellung
Mit  den  drei  Feedback-buttons  kann  der  Raumeindruck  durch  Rckspeisung   der 
jeweiligen Delays verstrkt werden.  Dies fhrt dann zu  zustzlichen  Echos.  Etwas 
Vorsicht  ist hier beim Benutzen angebracht,  da eine falsche Wahl  aller  Parameter 
auch  zu  einem  'Aufschwingen'  fhren kann.  In dem Fall  am  besten  schnell  das 
jeweilige Feedback ausschalten oder den Reflexionsregler runterregeln.


