Beschreibung des Programms VFATCONF
-----------------------------------

Andreas Kromke
17.2.96


1. Was ist VFATCONF ?
---------------------

Mit diesem Programm kann man festlegen, auf welchem Diskettenlaufwerk und
auf welcher Festplattenpartition lange Dateinamen untersttzt werden sollen.

2. Was fr lange Dateinamen ?
-----------------------------

Microsoft hat mit "Windows 95" eine Mglichkeit eingefhrt, auf
normalen DOS-Medien (Disketten, Festplatten, ...) lange Dateinamen mit bis
zu 256 Zeichen abzulegen. Eine weitere Beschrnkung liegt allerdings darin, da
der gesamte Pfad nur maximal 256 Zeichen lang sein darf, weshalb MagiC auch
die maximale Lnge fr einen einzelnen Dateinamen auf 63 Zeichen begrenzt
(d.h. mit dem abschlieenden Nullbyte insgesamt 64 Zeichen).

Die langen Dateinamen liegen im sogenannten Unicode vor, d.h. sie knnen,
weit ber den ASCII-Code hinaus, z.B. auch japanische Schriftzeichen
enthalten (insgesamt umfat der Unicode 65536 Zeichen, der ASCII-Code nur
256 Zeichen). MagiC ist jedoch nicht in der Lage, diese Schriftzeichen
darzustellen, und ersetzt sie beim Einlesen des Verzeichnisses durch "".
Lange Dateinamen drfen Gro- und Kleinschrift gemischt und auch Leerzeichen
oder mehrere Punkte enthalten. Als Dateityp gelten dabei die Zeichen hinter
dem letzten Punkt, d.h. die Datei "Brief.ans.Finanzamt.Pap" hat den
Dateityp "*.PAP", ist also ein Dokument der Textverarbeitung Papyrus.

Um die Kompatibilitt mit lterer Software und die Austauschbarkeit mit
anderen Rechnern sicherzustellen, bekommt jede Datei mit langem Namen
einen eindeutigen, zweiten Namen in Kurzform, d.h. in der Form 8+3.
ltere Software findet nur diese Kurznamen auf dem Laufwerk, statt
"dies_ist_ein_langer.Name" also z.B. "DIES_~1.NAM". (Die Kurznamen werden im
Microsoft-Jargon als Alias bezeichnet. Um die Verwechslung mit den
Macintosh-Aliasen und den symbolischen Links zu vermeiden, wird an dieser
Stelle von Kurznamen gesprochen). Entspricht ein Name jedoch bereits dem
8+3-Groschrift-Format, wird nur ein Kurzname abgelegt.

Die Schwierigkeit fr MagiC liegt nun darin, da aus 
Kompatibilittsgrnden sichergestellt werden mu, da auf bestimmten 
Laufwerken keine lngeren Dateinamen als 8+3 abgelegt werden. Andernfalls 
knnte ltere Software (KOBOLD, CORRECT, ...) vllig verwirrt werden. Da 
die Information, ob auf einem Laufwerk lange Dateinamen zugelassen sind 
oder nicht, nicht auf diesem Laufwerk abgelegt werden kann, wird VFATCONF 
bentigt. Der Name dieses Programms rhrt daher, da Microsoft das 
Dateisystem von Windows 95 als "VFAT"-System (virtual FAT), das alte 
Dateisystem als FAT-System bezeichnet.

Wie kann es nun passieren, da unbeabsichtigt lange Dateinamen erzeugt 
werden, wenn diese auf dem entsprechenden Laufwerk zugelassen sind ? 
Manche Programme, auch ltere, haben die Eigenschaft, Dateinamen in 
Kleinschrift statt Groschrift zu verwenden. Auf dem alten FAT-System ist 
das einerlei, weil die Dateinamen in jedem Fall in Groschrift abgelegt 
werden (TOS scheitert hier an den Umlauten, aber glcklicherweise gibt es 
ja nur Amerikaner auf dieser Welt). Auf einem VFAT-System wird jedoch fr 
eine Datei "laber.txt" ein langer Dateiname "laber.txt" und ein 
zugehriger Kurzname "LABER.TXT" abgelegt.

3. Wann ist VFATCONF einsetzbar ?
---------------------------------

VFATCONF luft mit MagiC, sofern dieses ein VFAT-XFS enthlt, ab der
Version 4.02 vom 16.2.96. Die Verkaufsversion 4.02 enthlt noch das alte
DOS-XFS ohne die Untersttzung langer Dateinamen.

Mit der Ease (zumindest bis Version 4.00) sind nur kurze Dateinamen im Format
8+3 mglich. Deaktivieren Sie bei der Verwendung der Ease daher unbedingt die
langen Dateinamen auf smtlichen Laufwerken einschlielich der
Diskettenlaufwerke.
Alle gngigen anderen Shells (Gemini, Thing, Magxdesk) sind dagegen kompatibel
zu MagiC und knnen daher lange Dateinamen verarbeiten.

4. Bedienung
------------

Starten Sie das Programm. Oben erscheinen nun die Laufwerke, auf denen 
z.Zt. lange Dateinamen zugelassen wird, als selektierte Buttons. Unten 
links ist der Button "temporr" aktiv. Mchten Sie nun, ohne die 
Grundeinstellung zu ndern, kurzfristig fr eine eingelegte und 
geffnete Diskette lange Dateinamen zulassen, aktivieren Sie den Button 
fr Laufwerk A: bzw. B: und bettigen den OK-Button. Die Shell baut nun 
die entsprechenden Verzeichnisfenster neu auf. Wenn Sie die Diskette 
wechseln, wird fr die neu eingelegte Diskette wieder die Grundeinstellung 
aktiv.

Die Grundeinstellung ndern Sie, indem Sie links unten auf den Button 
"permanent" klicken. Sie knnen nun fr jeden Laufwerkbuchstaben 
festlegen, ob das Laufwerk beim ffnen ("Mounten") mit langen oder kurzen 
Dateinamen betrieben werden soll. Diese Einstellungen sind nur fr noch 
nicht geffnete Laufwerke wirksam, bereits geffnete mssen mit der 
"temporr"-Funktion behandelt werden. Haben Sie die "permanent"-Einstellung
gendert, speichert VFATCONF die neue Einstellung in die Programmdatei ab.

Wenn Sie VFATCONF in den AUTO-APP-Ordner (normalerweise 
\GEMSYS\MAGIC\START) legen, aktiviert es whrend des Bootvorgangs 
lediglich die Permanent-Einstellung und beendet sich sofort wieder. 
Beachten Sie, da Sie damit auf dem Bootlaufwerk keine langen Dateinamen 
aktivieren knnen, da dieses zu diesem Zeitpunkt schon geffnet ist. Sie 
knnen dies zwar per Hand mit der "temporr"-Einstellung tun, sollten es 
jedoch tunlichst vermeiden, um keine Konflikte mit lterer Systemsoftware 
zu riskieren.

Es empfiehlt sich, auf der Festplatte einige Partitionen mit langen 
Dateinamen einzurichten und auf diesen Partitionen solche Software zu 
installieren, die problemlos mit langen Namen umgehen kann. Sollte einmal 
TOS gebootet werden mssen, knnen die dort abgelegten Dateien mit den 
Kurznamen angesprochen werden. Sie sollten jedoch auf keinen Fall unter 
TOS Dateien lschen, die einen langen Dateinamen haben, da in diesem Fall 
der lange Name als Leiche im Verzeichnis stehen bleibt und nicht mehr 
gelscht werden kann. Unter MagiC dagegen ist der Zugriff, auch das 
Lschen, ber den Kurznamen immer mglich, der lange Name wird dabei 
automatisch mit behandelt.

Es bleibt zu hoffen, da es bald Disk-Korrekturprogramme wie CHKDISK oder
CORRECT geben wird, die lange Dateinamen korrekt erkennen und ggf. Leichen 
entfernen.

